Medikamentöse Behandlung von Epilepsie

Umfangreiche Faktoren bestimmen sämtliche Behandlungsmaßnahmen

Nach einem ersten Anfall muss nicht unbedingt mit Antiepilepsie-Mitteln behandelt werden. Wie oben ausgeführt, wird mehr als die Hälfte der Patienten nie in ihrem Leben einen zweiten Anfall erleiden. In den folgenden Situationen sollte jedoch schon der erste Anfall zur Einstellung auf ein Antiepilepsie-Mittel führen:


  • Die Untersuchungen haben erbracht, dass es sich um ein Epilepsie-Syndrom handelt oder neurologischer Untersuchungsbefund, Kernspintomographie des Kopfes oder EEG haben Auffälligkeiten erbracht, die darauf schließen lassen, dass das Auftreten weiterer Anfälle wahrscheinlich ist.
  • Der Patient besitzt ein hohes Schutzbedürfnis. Dies kann z. B. bei Personen sein, die beruflich in gefährlichen Situationen arbeiten, wie z. B. auf Gerüsten, an laufenden Maschinen oder die auf den Führerschein angewiesen sind.
  • Es ist Wunsch des Patienten, unbedingt weitere Anfälle zu vermeiden. Dies kann z. B. bei Personen, die in der Öffentlichkeit arbeiten (Richter, Lehrer, Bankangestellte, Krankenschwestern und viele andere mehr), der Fall sein.
  • Ein Lebensalter von 60 Jahren ist erreicht. Hier wird die Einstellung schon nach dem ersten Anfall empfohlen, da die Wiederholungswahrscheinlichkeit groß ist und die Körpersysteme anfälliger sind. So kommt es bei großen Anfällen leichter zu Knochenbrüchen oder zu einer Belastung des Herzens. Auch Leber und Niere arbeiten nicht mehr wie beim Jugendlichen.
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