Menschen mit Epilepsie erleben das Auftreten ihrer Anfälle oftmals als willkürlich oder zufällig. Deshalb fragen sie sich, wie Selbstkontrolle in ihrem Fall möglich sein kann?
Wenn im Rahmen der Selbstkontrolle verschiedene Anfallssituationen "unter die Lupe genommen werden", lassen sich in der Regel Gemeinsamkeiten erkennen. Beispielsweise wird deutlich, daß die Anfälle überwiegend (oder auch ausschließlich) zu einer bestimmten Zeit oder an einem bestimmten Ort (zu Hause, in der Schule etc.) oder bei einer bestimmten Tätigkeit/Situation (Aufwachen/Einschlafen, bei der Arbeit, vor einer Klassenarbeit, beim Lesen etc.) auftreten.
Das bedeutet, daß es Faktoren geben muß, die das Auftreten eines Anfalls fördern oder ihn sogar auslösen können. Diese Faktoren sind bei jeder/jedem individuell verschieden.
Beispiele sind ...
Ein Anfall wird meistens von verschiedenen Faktoren hervorgerufen, die ungünstig zusammentreffen. Erst dann können sie als Auslöser wirksam werden.
Deshalb sind sie oftmals schwer oder nicht eindeutig erkennbar. Das Finden von "Auslöserkonstellationen" ist ein wichtiger Aspekt der Selbstkontrolle. Wenn verstanden worden ist, wodurch ein Anfall gefördert oder ausgelöst wird, dann ist bereits eine Möglichkeit für die Kontrolle von Anfällen gegeben.
Das Auftreten eines Anfalls ist nicht länger zufällig oder willkürlich und Epilepsiekranke müssen sich ihm nicht mehr hilflos ausgeliefert fühlen. Sie erfahren, daß sie der Entstehung eines Anfalls unter Umständen vorbeugen können, indem sie ihre Auslöser meiden oder indem sie sich so verhalten, daß ihre Auslöser nicht wirksam werden können.
Die Frage, was sie dabei tun oder lassen müssen, muß unter Umständen in einer Therapie gemeinsam beantwortet werden, weil es sehr schwierig und langwierig sein kann (aber nicht sein muß), eine umfassende Antwort darauf zu finden.