Anfallsanzeichen deuten und Hilfestellung beim Krampfanfall leisten
Bei einem Krampfanfall ist es wichtig bei dem Betroffenen zu bleiben, bis er /sie wieder bei Bewusstsein und vollständiger Orientierung ist. Unvollständige Orientierung oder Verwirrtheit tritt nach großen, aber auch nach kleinen (insbesondere psychomotorischen) Anfällen auf. Diese Krampanfälle sind nicht immer mit Muskelzuckungen oder Krämpfen verbunden, sondern können auch neutral d.h. ohne extreme Versteifungen und Körperreaktionen verlaufen.
Die meisten Epilepsie Betroffenen sind jedoch nach wenigen Minuten wieder orientiert und bei vollständigem Bewusstsein. Es gibt jedoch auch Epilepsie Betroffene, bei denen die Orientierung erst ab ca. einer halben Stunde nach sämtlichen Krämpfen und Muskelzuckungen eintritt.
Um festzustellen, ob die Person wieder orientiert ist, eignen sich einfache Fragen aus dem alltäglichen Leben:
Wissen Sie, wo wir hier sind?
Welcher Tag ist heute?
Welches Datum ist heute?
Wo wollten Sie hingehen?
Wissen Sie, was los war?
Die folgende Auflistung fasst alle Informationen, welche Sie als Ersthelfer bei einem epileptischem Krampfanfall beachten sollten:
Bewahren Sie Ruhe!!
Beobachten und registrieren Sie das Anfallsgeschehen mit den begleitenden Faktoren ( wie z.B. Verdrehen der Augen, Laute, Zittern) sorgfältig, dies ist für die Diagnose und die weitere Therapie sehr hilfreich.
Bei den ersten Anzeichen eines Anfalles ( starrer Blick, Epilepsiekranker kündigt Anfall an, o.ä.) legen Sie die Person auf Bett oder Boden, um Sturzverletzungen zu vermeiden.
Lockern Sie beengende Kleidungsstücke, vor allem am Hals und geben Sie eine weiche Unterlage unter den Kopf, um Verletzungen vorzubeugen. Bringen Sie Gegenstände, die eine Verletzungsgefahr darstellen, nach Möglichkeit außer Reichweite.
Drehen Sie die Person nach dem Anfall in die stabile Seitenlage, wegen häufigen starken Speichelflußes.
Wann sollten Sie einen Arzt rufen?
Anhand der folgenden Auflistung können Sie i.d.R. einen lebensgefährlichen Zustand im Rahmen eines epileptischen Krampfanfalls selbst feststellen. Beachten Sie bitte, dass die Listenpunkte unterschiedlich verstanden werden können, d.h. Sie müssen sich selbst ein Bild vom Ernst der Lage machen. Unsere Auflistung kann Ihnen hierbei nur als theoretisches Leitbild dienen.
Weiterhin zu beachten ist, dass wenn eine Neigung zu einem Status Epileptikus bekannt ist, man nach vorheriger Absprache mit dem behandelnden Arzt eine (oder mehr) Rektiolen Diazepam geben kann (handzuhaben wie ein Klistier).
Wenn sich ein großer Anfall im Abstand von weniger als einer Stunde wiederholt, wobei ein bloßer Nachschlaf mit entsprechenden Reaktionen auf Weckreize nicht hinzugezählt wird.
Wenn der Epilepsiekranke länger als 5 Minuten krampft oder zuckt und dabei blau im Gesicht ist.
Wenn die Person bei einem kleinen Anfall länger als 30 Minuten auf Orientierungsfragen nicht antworten kann, weil diese kontinuierlich oder in Ketten oder in Serien auftreten.
Wenn durch Vewirrtheit oder Bewußtseinsveränderung Hilflosigkeit oder Gefährdung besteht.
Wenn aus Erfahrung im Einzelfall sich aus kleinen Anfällen mehr als ein großer Anfall entwickelt.
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