1. Anfallstyp oder Anfallstypen, die gegenwärtig auftreten: Es ist wichtig, was Sie (Ihr Kind) noch vor und nach den Anfällen spüren, während der Anfälle noch oder nicht mehr bemerken. Außerdem ist die tageszeitliche Verteilung der Anfälle wichtig und die Zahl der Anfälle pro Monat. Wesentlich ergänzt wird dies durch eine möglichst genaue Beschreibung über Anfallsbeginn, -entwicklung und -ende von Augenzeugen, z. B. Angehörige oder Arbeitskollegen. Wenn nötig, wird durch eine Simultan-Video-EEG-Doppelbildaufzeichnung (nach mehreren vorausgegangenen EEG-Aufnahmen) die Diagnostik der Anfallstypen vervollständigt.
2. Entwicklung der Epilepsie, Klärung der Vorgeschichte: Es muß geklärt werden, ob bei Ihnen (Ihrem Kind) eine familiäre Epilepsie vorliegt und wie Schwangerschaft, Geburt und frühkindliche Entwicklung verlaufen sind, welche Erkrankungen und Unfälle durchgemacht wurden. Der Arzt benötigt die Beschreibung des ersten Anfalles mit seinen besonderen Begleitumständen, der weiteren Anfälle und ihrer Ursachen, sowie eventuelle Änderungen im Anfallsablauf.
3. Medikamentenanamnese: Um Wiederholungsfehler zu vermeiden, ist es wichtig zu wissen, unter welchen Medikamenten Sie (Ihr Kind) die wenigsten Anfälle und die geringsten Nebenwirkungen hatten, bei welchen Medikamenten die Laborwerte immer gut ausgefallen sind und ob unter einem speziellen Medikament der Anfallsablauf für Sie (Ihr Kind) günstiger war als sonst, z. B. lange Aura, zeitlich bestimmbar, o.ä.
4. Befunde aus MRT (Magnetresonanz- bzw. Kernspintomographie) und Computertomographie (CT): Diese Untersuchungen sowie bisherige EEG-Befunde können auf die Ursache der Epilepsie hinweisen. Sie sind bei der medikamentösen Therapie unbedingt zu berücksichtigen. Ebenso dienen sie einer Erweiterung der Diagnostik in neurochirurgischen oder epilepsiechirurgischen Abteilungen. Außerdem wird eine Laborkontrolle mit Medikamentenspiegeln, Blutbild, Leberwerten, aber auch Bauchspeicheldrüsen-, Nieren- und Gerinnungswerten durchgeführt, um mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.
5. Therapieziel: Gemeinsam mit dem Arzt wird überlegt, welches Therapieziel mit welcher Therapie zu erreichen ist. Hier muß vom Arzt auf die verschiedenen Therapiemöglichkeiten, wie Medikamente, die in seltenen Fällen mögliche Epilepsieoperation und ergänzende unterstützende Methoden (vor allem Selbstkontrolle) hingewiesen werden, sowie auf deren Bedeutung mit ihren Chancen und Gefahren.
Das Therapieziel sollten Sie gemeinsam mit dem Arzt festlegen, wobei durchaus unterschiedliche Ziele thematisiert werden können, wie: